ZING 4030

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Foto
ZING4030.jpg
Basisdaten
Hersteller Epilog
Typ ZING 4030
Zustand funktionstüchtig
Klassifizierung KlasseE-gelb.svg KlasseK-gelb.svg
Leistung: 30W, Größe: 40cm x 30cm


Bei dem ZING 4030 handelt es sich um einen Lasercutter, damit können verschiedene Materialien mit Hilfe eines Lasers graviert und teilweise geschnitten werden. Der Laser hat eine Leistung von 30W und ist für das Auge unsichtbar (Infrarotlicht). Die Bearbeitungsfläche beträgt 406x305 mm². Eine ausführliche Anleitung für die Epilog-Produktreihe des Herstellers Zing gibt es hier (PDF).

Dateiformate

Der Lasercutter ist über VisiCut angeschlossen. Damit gibt es zwei Wege, um eine Datei zu drucken:

  • SVG über Visicut. Die empfohlene Standardeinstellung ist, dass die Linienfarbe bestimmt, ob geschnitten (Rot) graviert, oder (neu!) markiert wird. Wer seine Datei anders aufgebaut hat, kann dies aber auch im VisiCut entsprechend anpassen. Zum Zeichnen in inkscape können damit angenehmere Linienbreiten verwendet werden, die Genauigkeit leidet darunter nicht. Der Laser schneidet entlang der Mitte der Linie.
  • PDF über AcroRead. Hierbei gilt: Linien mit 0.01mm Breite werden geschnitten, alles andere graviert.

Notwendige Einstellungen

Unsere Standard-Einstellungen (auch wenn sie nicht stimmen) kann man im VisiCut laden, mit

 -> Optionen 
    -> empfohlene Einstellungen herunterladen
       -> [ Germany, Nuremberg: FabLab Region Nürnberg e.V. ]

Achtung: Das überschreibt selbst gemachten Einstellungen im VisiCut. Wer neue gute Standards hat, darf diese (vorher) hier gerne dazuschreiben, damit sie nicht verloren gehen. Besser noch wäre ein Pull Request auf https://github.com/fablabnbg/visicut-settings/, denn dieses Repository steuert die Voreinstellungen in VisiCut.

Schneiden: CUT - ("Rote Linie")

Achtung: diese Einstellungen funktionieren natürlich(!) nur bei sauberer Linse. (Wartung: Wöchentlich Linse und Spiegel, Monatlich Lichtschranken und Schienen)

Material Power Speed
[ % ] [ % ]
Acryl 3mm 100% 40% 20190106 jw
Graupappe 0.5mm 40% 100%
Kiefernbrettchen 5mm 100% 40%
Kraftplex 0.8mm 60% 100% 20190106 jw: 2000hz (bei 500hz sieht man die "Perforation")
Kraftplex 1.5mm 100% 70% 20190106 jw: 2000hz (bei 500hz sieht man die "Perforation")
Kraftplex 3mm 100% 30% 20190106 jw: 2000hz (bei 500hz sieht man die "Perforation")
Kromapappe 2mm 90% 100%
Sperrholz Pappel 3mm 100% 100% 20190106 jw
POM (Delrin) 4mm 100% 12% 20190106 jw
Sperrholz Birke Hannes 3mm 100% 25%
Sperrholz Birke Hannes 4mm 100% 20%
Sperrholz Birke Hannes 5mm 100% 15%
Sperrholz Birke Wasserfest 4mm 100% 10% 20190106 jw: verkohlt stark

Falls diese Einstellungen nicht ganz durch schneiden: Bitte Linse reinigen!

Markieren: MARK - ("Grüne Linie")

Material Power Speed
[ % ] [ % ]
Acryl 25% 100%
Graupappe 10% 100%
Kraftplex 30% 100%
Sperrholz Birke 25% 100%

Falls diese Einstellungen nicht ganz durch schneiden: Bitte Linse reinigen!

Action

Mögliche Materialien

Gute Listen von Materialien gibt es an der TH-Aachen und bei den Freunden aus den FabLabs München und Wien:

Die folgende Tabelle ist aus der Liste des Laserschneider-Herstellers Synrad entnommen. Zu beachten ist bei dieser Auflistung, dass für einige Materialien die Leistung des ZING 4030 nicht ausreichend ist.

Material Handelsnamen Schneidbarkeit Gravierbarkeit Sicherheitshinweise Im Lab erlaubt?
ABS Schlecht Schlecht Nein. Produziert Blausäure
Acryl Plexiglas, PMMA Sehr Gut Gut, abhängig von der Materialfarbe Ja, aber nur echtes Plexiglas, kein Bastelglas!
PS Polystyrol, Bastelglas ? ? Nein, giftig / leicht entflammbar!
POM Delrin Geht so, schmilzt ? entwickelt Formaldehyd Ja bis 4mm
Bakelitt Schlecht Gut ???
Fluoropolymere PTFE, Teflon, EFTE Gut Gut Nein. Produziert Flußsäure!
Polyvinylchlorid PVC Nein Nein Nein. Produziert Chlorgas!
Polyurethan PU Nein Nein Nein. Produziert Blausäure!
Polyester PE Gut Gut Gut lüften Ja, dünne Folien. ?Kohlenstoffmonoxid Gefahr?


Materialtest

Um für zulässige Materialien brauchbare Einstellungen für unseren Laser zu finden, kann man den Materialtest ablaufen lassen.

VisiCut -> Datei -> Beispiele -> Laser Script -> PowerSpeedFocusTest2.ls

Die Randlinie und die Beschriftung werden mit den Einstellungen für CUT bzw MARK gelasert. D.h. man sollte ein Material auswählen, was grob passen könnte. Der Fokustest wird mit der MARK Einstellung gelasert, diese darf ruhig etwas kräftig ausfallen. Die Randlinie wird absichtlich zuerst geschnitten, damit man sie leicht wiederholen kann (abbrechen, wenn die Beschriftung beginnt).

Dabei werden zwei Reihen kleine Rechtecke mit Beschriftung gelasert. Die obere Reihe steigert bei 100% Geschwindigkeit die Leistung von 5% bis 100%. Die untere Reihe verringert bei 100% Leisung die Geschwindigkeit schrittweise von 90% bis 5%. Außerdem werden daneben Reihen von Linien mit unterschiedlichem Focus markiert. Von der mittleren Nulllage weicht der Focus pro Linie um je 1mm ab.

Im Regal neben dem Laser ist eine Pappschachtel mit Materialproben auf denen dieser Test gelasert wurde. Dieser Test nutzt Laserscript im Visicut. Das funktioniert nur mit dem Zing.

Der Zing schneidet hinten links deutlich besser als vorne rechts. Evtl. einen zweiten Test vorn rechts durchführen.

Vorbereitung

Erstelle Dir bereits zu Hause eine Datei mit Deinem Entwurf, den Du lasern willst. Achte dabei darauf dass die Datei schon laserfähig ist und ohne Nachbearbeitung gelasert werden kann.

Für die ersten Schritte kann Dir auch die Anleitung "Mein erstes Laserprojekt" weiterhelfen.

Empfohlene Software (neu)

  1. VisiCut

Der Lasercutter wird jetzt über Farben gesteuert. Es werden SVG Dateien benötigt. PDF funktioniert in VisiCut auch.

Installation: Siehe https://github.com/fablabnbg/VisiCut/releases

VisiCut funktioniert eigenständig, oder auch als Inkscape-Plugin. Dann findet man es in Inkscape unter

-> Erweiterungen -> Lasercut Path -> Open in VisiCut
 (es gitb dort auch "Add to VisiCut", damit kann man mehrere Dateien gemeinsam zum Lasercutter schicken)

Beim ersten Start von VisiCcut sollte man die Einstellungen für unseren Laser laden:

-> Optionen -> Einstellungen -> empfohlene Einstellungen herunterladen ...
   -> Germany, Nürnberg; FabLab Region Nuremberg e.V. -> OK

Die flexibelste Vorgabe im VisiCut ist

* Rot: Schneiden
* Grün: Markieren
* Blau: Ignorieren
* Alles andere (Schwarz): Gravieren


Die Linienbreite spielt hierbei keine Rolle. Wichtig ist aber, dass die Farben voll gesättigt sind. (Wert 255).

Fremdformate

  • DXF
    DXF kann von VisiCut direkt verarbeitet werden. Dabei sollte der Standard "DXF 2010" benutzt werden. (Bei DXF 2015 scheinen oft Elemente zu fehlen)
  • PDF
    PDF kann von VisiCut verarbeitet werden. To be tested.

PDF Dateien direkt am Laser-Rechner (alt)

Zum Schneiden benötigst Du eine Vektorgrafik in der die zu schneidenden Linien als Pfade vorliegen. Die Stärke/Dicke der Pfade darf dabei 0,01mm nicht überschreiten. Diese Datei wandelst Du am Besten in ein PDF um, achte dabei darauf, dass die Seitengröße der Arbeitsfläche des Lasercutters entspricht.

Zum Gravieren eignen sich sowohl Vektor- als auch Rastergrafiken. Wichtig: die gravierte Fläche darf nicht größer als 10x10cm sein - sonst dauert der Prozess zu lange. Andere wollen den Laser auch benutzen.

Kopiere Dein Projekt am besten auf einen USB-Stick, den Du mit zum Laser nehmen kannst.


Anderer Treiber

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Durchführung

Vorbereitungen

  • Der Laser muss eingeschaltet sein (Schalter rechts am Gehäuse)
  • Die Entlüftung muss eingeschaltet sein (Kippschalter am Kontrollkästchen) und hörbar laufen.
  • Der Feuerlöscher muss griffbereit neben dem Gerät stehen
  • Während der Laser läuft, muss IMMER jemand am Gerät stehen und den Prozess beobachten. Und ja, das heisst man kann NICHT nur mal kurz zum Kühlschrank gehen und was zu Trinken holen.

Warteliste

Der Andrang am Laser ist meistens groß. Deswegen gibt es eine Warteliste in Form einer Flipchart, die am Laser bereit steht. Trage Dich in die Laserliste ein und warte, bis Du an der Reihe bist. Lass bitte jemand mit kurzem Job vor, wenn du schnell mal was am Rechner machen musst.

Material einlegen & Laser justieren

  • Öffne die Klappe des Lasergeräts und lege Dein Material am besten so ein, dass die linke obere Ecke des Materials in der linken oberen Ecke des Trägergitters liegt.
  • Auf dem Steuerpanel des Lasers gibt es einen Knopf "X/Y Off". Drücke diesen Knopf, um die mechanische Steuerung des Spiegelschlittens abzuschalten, damit Du den Schlitten von Hand in die richtige Ausgangsposition führen kannst.
  • Dass die mechanische Steuerung aus ist, merkst Du daran, dass im Display des Lasers "X/Y Off" steht und der Schlitten sich ganz leicht von Hand bewegen lässt. Wichtig: Niemals mit Gewalt den Schlitten manuell führen!
  • Schau nach, ob Du unterhalb des Spiegelschlittens einen kleinen roten Lichtpunkt (Laserpointer) findest. Wenn nicht, drücke die Taste "Pointer" am Panel des Lasers, um ihn einzuschalten. Dieser rote Punkt ist der Ausgangspunkt oder Ursprung, von dem aus der Laser Dein Projekt abarbeitet. Wenn Du nicht mit Spezialeinstellungen (Center Engraving) arbeitest, ist das die linke obere Ecke des Motivs.
  • Am besten fasst Du den im Schlitten laufenden Gummiriemen an (bitte nicht den Laserkopf, Fingerabdrücke auf der Optik sind ärgerlich und schädlich) und führst den roten Punkt durch sanftes Ziehen an den Punkt, an dem die linke obere Ecke des Motivs zu liegen kommen soll. In den meisten Fällen ist das auch die linke obere Ecke des Materials.
  • TIP: Lass 1-2 Millimeter Abstand zum Rand, so dass der rote Punkt innerhalb des Materials liegt. Wenn der Laser zu knapp am Rand entlang fährt, kann es zu Reflektionen am Gitter kommen, die den Rand des Materials verbrennen können.
  • Am vorderen Rand des Schlittens siehst Du eine kleine Feder. Löse diese vorsichtig aus ihrer Verankerung und lass sie auf das Material herunter. Das Ende dieser Feder zeigt Dir den richtigen Fokus-Abstand an: Wenn die Feder die Materialoberfläche gerade eben berührt, ist der Fokus richtig eingestellt.
  • Verwende die Pfeil-nach-oben und Pfeil-nach-unten Tasten auf dem Panel des Lasers, um den Trägertisch richtig einzustellen. Wenn die Feder das Material gerade eben berührt, klappe die Feder wieder zurück in ihre Halterung; ein Magnet hält sie dort fest.
  • Schließe den Deckel des Lasers.
  • Drücke jetzt noch die GO Taste auf dem Panel, um die Einstellungen abzuschließen.

Datei laden und Drucken

Stecke Deinen USB-Stick am Laser-Rechner ein und lade Deine PDF-Datei.

Der Lasercutter funktioniert im Prinzip wie ein Drucker: Wenn die Datei offen ist, wähle "Datei-->Drucken" und nimm als Drucker den Zing Epilog Laser. Klicke dann auf "Einstellungen", um den Laser für Dein Projekt zu konfigurieren.

Notwendige Einstellungen

Der Laser wird durch vier Parameter gesteuert:

  • Power - die Laserleistung. Daumenregel: Hohe Leistung für Schnitte und harte Materialien, geringe für Gravuren und weiche Materialien.
  • Speed - die Fahrgeschwindigkeit des Spiegelkopfes. Daumenregel: Hohe Geschwindigkeiten für Gravuren und weiche Materialien, niedrige für Schnitte und hartes Material.
  • Frequency - die Anzahl der Laserpulse pro Sekunde. Frequenzen über 500Hz sind nur für hochauflösende Gravuren auf sehr glatten Materialien sinnvoll.
  • Focus - die Höhe des Arbeitstisches, bestimmt die Breite des Strahls beim Auftreffen auf das Material. Diese Einstellung wird nur im Color Mapping Mode benötigt, für normale Projekte wird der Fokus manuell gesetzt (s.o.) und bleibt während des Laserns unverändert.

Dabei unterscheidet der PDF-Treiber noch zwischen drei Modi:

  • Vector - Schneidemodus, es wird nicht graviert (selbst wenn die Vorlage entsprechende Elemente enthält)
  • Raster - Graviermodus, es wird nicht geschnitten (selbst wenn die Vorlage Linien von 0,01mm enthält)
  • Combined - Schneiden & Gravieren, alle Elemente der Vorlage werden verarbeitet

Darüber hinaus gibt es noch Spezialeinstellungen für

  • 3D-Gravieren
  • Stempel-Gravur
  • Color-Mapping
  • Center-Engraving

Dazu gibt die Anleitung gute Tips. Für normale Schnitt- und Gravurprojekte sollten diese Einstellungen deaktiviert sein.

Suche Dir die richtigen Einstellungen für Dein Projekt aus. Für die meisten möglichen Materialien gibt es bereits bewährte Einstellungskombinationen, die Du nur noch auswählen musst. Dazu öffnest Du den Reiter "Advanced" im Einstellunsdialog des Druckertreibers für den Laser, wählst das passende Material aus der Liste aus und klickst auf LOAD. Die geladenen Einstellungen findest Du dann im Reiter "General".

Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Einstellungen für Dein Projekt passen, kannst Du mit einem kleinen Stück Restmaterial einen Test machen, oder Du fragst jemanden, der sich schon gut mit dem Gerät auskennt.

Action

Wenn die Einstellungen passen:

  • klicke auf "OK", um den Einstellungsdialog zu schließen
  • dann auf "Drucken", um Dein Projekt mit diesen Einstellungen zum Laser zu schicken. Nicht wundern: Der Laser läuft noch nicht los.
  • Der Name Deiner Datei sollte jetzt im Display des Lasers erscheinen.
    • Wenn das nicht der Fall ist, drücke die "Job"-Taste auf dem Panel des Lasers, und ggf. die Pfeil-nach-oben und Pfeil-nach-unten-Tasten, um den richtigen Druckjob auszusuchen.
  • Jetzt noch die "GO" Taste auf dem Panel des Lasers drücken - der Laser läuft los.

Wenn der Laser läuft...

  • Beobachte genau, ob der Laser den Job richtig ausführt.
  • Wenn Du Probleme erkennst, drücke die "STOP"-Taste auf dem Panel des Lasers. Das Projekt wird dadurch angehalten, aber nicht gelöscht. Du kannst es mit der "GO"-Taste fortsetzen.
  • Wenn sich die Probleme nicht beseitigen lassen, drücke die "RESET"-Taste auf dem Panel des Lasers. Dadurch wird das Projekt abgebrochen. Verändere Dein Projekt, lade die Daten neu und versuche es nochmal. Trage Dich dazu bitte neu in die Liste ein und lass andere in der Zwischenzeit am Laser arbeiten.

Nachbereitung

Öffne den Deckel des Lasers und sieh nach, ob alle Teile ganz durch geschnitten sind.

  • Wenn ja, nimm die Teile aus dem Laser.
  • Wenn nicht, lass das Werkstück genau wo es war, schließe den Deckel wieder und starte den Job neu, und zwar als reinen Vector-Job (also nur den Schneide-Anteil), damit gravierte Motivteile nicht beschädigt werden.

Geschnittene Holzteile werden von der Hitze des Lasers oft braune oder schwarze Ränder haben. Diese kannst Du mit etwas Schmirgelpapier aber leicht säubern.

Sehr kleine Teile können beim Herausnehmen leicht durch das Gitter ins Innere des Arbeitstisches fallen. In diesem Fall kannst Du den ganzen Arbeitstisch durch vorsichtiges Ziehen nach vorne und oben aus dem Lasergehäuse nehmen und mit den kleinen grünen Rändelschrauben den Tisch öffnen, um die benötigten Teile heraus zu nehmen. Nimm bitte auch alle anderen, nicht mehr gebrauchten Teile aus dem Tisch und wirf sie weg.

Maschine abschalten

Aufräumen

Projekte

Hier sind ein paar Beispielprojekte verlinkt, die auf dem Zing 4030 hergestellt werden können:

  • Spiro - ein Werk-/Spielzeug um faszinierende Muster zu malen

Tips & Tricks

Markieren ("Brennpeter")

(Warum heisst das Brennpeter? Bitte Hintergrund...)

Im VisiCut gibt es den Modus "Markieren", um mit reduzierter Leistung eine Linie abzufahren. Der Laser schneidet dabei nicht komplett durch das Material, sondern dringt nur bis zu einer bestimmten Tiefe ein, um eine Markierung (Brandspur?) zu hinterlassen.

Die Linien werden dabei genauer gezeichnet als im Gravier-Modus. Wenige einzelne Linien sind auch wesentlich schneller markiert, als graviert. Bei vielen Dichten Linien oder gefüllten Flächen braucht man den Graviermodus.

Die Linienbreite ist beim Markieren durch die Fokus-Einstellung veränderbar. Für breitere Linien muss eventuell mehr Leistung oder Langsamere Geschwindigkeit genommen werden.

Da Markieren technisch dasselbe ist, wie Schneiden, kann der Materialtest aus den VisiCut Beispielen verwendet werden, um geeignete Einstellungen zu finden. Siehe Absatz "MaterialTest" oben.

Einfach

(Alte Beschreibung, vor VisiCut) Man kann den Schneidemodus des Lasers etwas zweckentfremden, um Holz zu beschriften oder sehr einfache Zeichnungen einzubrennen, wie man es von Pyrographen ("Brennpeter") kennt. Dazu geht man wie folgt vor:

  • Das Projekt wird ein reines Schnittprojekt (Typ: Vector).
  • Alle Linien müssen mit 0,01mm oder dünner angelegt sein. Die eigentliche Linienbreite wird später am Laser eingestellt, s.u.
  • Dünne/kleine Texte (bis ca 20pt) können als einfache Linie angelegt werden, für größere Buchstaben empfiehlt sich die Outline:
    • Text normal anlegen, am besten mit Schriftschnitt Fett/Bold.
    • Text mit Umrisslinie versehen (ebenfalls 0,01mm)
    • Textfüllung löschen
  • Zeichnungen sind auch möglich, auch hier müssen die Linien 0,01mm oder dünner sein.
  • Beim Drucken wird das Projekt als reines Vector-Projekt behandelt.
  • Der Laser läuft mit sehr geringer Leistung. Gute Einstellungen für Holz sind:
    • Power: 10%
    • Speed: 100%

Wichtig Um keine haarfeine Schnittlinie, sondern eine breitere Brandgravur zu bekommen, rückt das Werkstück bewusst etwas aus dem Fokus des Lasers heraus. Dazu stellt man den Fokus wie gewohnt mit der Feder ein (s.o.), fährt den Tisch danach aber ca. 1cm nach unten. Die entstehende Linie ist dann etwa 1,5mm dick. Die Linienstärke lässt sich auch regulieren: je höher der Tisch steht, um so feiner (und tiefer) wird die Gravur, je weiter unten er steht, desto breiter (und flacher) wird die Linie.

Brennpeter mit Color Mapping

Noch ausgefeiltere Ergebnisse kann man erzielen, indem man die oben beschriebene Technik mit dem Color-Mapping-Modus des Lasers kombiniert. Damit kann man dann unterschiedliche Linienstärken im gleichen Motiv erzeugen, ähnlich wie es mit unterschiedlich breiten Brennspitzen am Pyrograph möglich wäre.

Der Color-Mapping-Mode erlaubt es, den Arbeitstisch um +5 bis -5mm um den eingestellten Fokuspunkt herum zu justieren. Die Einstellung erfolgt in 1/100 Millimeter, so dass für den Fokus Werte von +500 bis -500 einstellbar sind. Dabei gibt der Wert die Entfernung zwischen Fokuspunkt und Materialoberfläche an. Negative Fokuswerte heben deshalb den Tisch nach oben an, positive senken ihn ab.

Motiv vorbereiten

Die Technik erfordert ein wenig Umdenken bei der Motivvorbereitung: Breitere Linien dürfen jetzt ebenfalls nur noch 0,01mm breit sein (sonst würden sie nicht als Vektor erkannt sondern klassisch graviert); dafür müssen sie eine andere Farbe bekommen. Eine Möglichkeit ist, das Motiv klassich einfarbig anzulegen (also mit verschiedenen Linienstärken), dann alle Linien der gleichen Stärke mit derselben Farbe einzufärben, und anschließend alle Linien auf 0,01mm Breite einzustellen. Es empfiehlt sich, mit den reinen Grundfarben zu arbeiten. Diese lassen sich später im Lasertreiber leicht einstellen.

Laser- & Treibereinstellungen

Im Gegensatz zum einfachen Brennpeter-Verfahren muss der Laser für diesen Fall etwas sorgfältiger eingestellt werden:

  • Der Fokuspunkt sollte genau 1,5cm nach unten verlagert werden. Das kann man mit dem Zollstock machen, oder indem man ein 1,5cm dickes Holzklötzchen auf die Oberfläche legt und daran den Fokuspunkt einstellt.
  • Die Auflösung sollte höchstens 500dpi betragen
  • Speed sollte auf 100% stehen
  • Power sollte auf 30% stehen
  • Frequenz sollte um die 1000 liegen

Anschließen wird der Color-Mapping-Modus im Treiber aktiviert. Jeder verwendeten Farbe (der Farbwert muss exakt' übereinstimmen) kann hier eine eigene Treibereinstellung zugewiesen werden. Der einzige Parameter, der tatsächlich verändert werden muss, ist aber der Fokus, alle anderen Werte bleiben gleich und werden auf die Grundwerte (s.o.) eingestellt. Die Farbe für die dünnsten Linien (ca. 0,5mm breit) erhält den Fokuswert -500, breitere Linien höhere Werte. Weniger als 2mm (200 Fokus-Punkte) Differenz ist meistens nicht sinnvoll. Ganz gute Ergebnisse bekommt man mit fünf Linienstärken (-500, -250, 0, +250, +500). Die breiteste Linie wird dabei etwa 3-4mm breit.

Tiefgravieren (3D Engraving)

Normale Gravuren haben einen einheitlichen Materialabtrag - lediglich die Dichte der abgetragenen Punkte variiert - und sind damit weitgehend flach. In manchen Materialien (insbesondere in dickem Acryl) sind aber auch dreidimensionale Gravuren möglich. Hierbei werden die Farbschattierungen des Motivs nicht nur in Punktmuster umgesetzt, die Punkte werden auch unterschiedlich tief ins Material eingebrannt. Das Ergebnis sind tiefe, canyonartige Einschnitte ins Material, die je nach Lichteinfall sehr effektvoll aussehen. Acryl kann man z.B. mit LEDs von der Seite beleuchten, um das Motiv besonders hervor zu heben. Aber auch in Holz kann man interessante Motive erzeugen.

Für diese Technik bietet der Treiber im Reiter Advanced den 3D Modus für Engraving an. Die Herausforderung besteht in der Wahl der richtigen Parameter, damit das Motiv die volle Materialstärke ausnutzt (aber nicht durchbrennt) und möglichst detailliert abgebildet wird. Dabei spielen die Power, Frequenz und der Dithering-Algorithmus zusammen. Höhere Frequenzen bringen glattere Kanten, geben aber auch mehr Energie pro Fläche ab; wenn die Frequenz steigt, sollte die Power entsprechend sinken, um ein Durchbrennen zu vermeiden. Je nach Dithering-Algorithmus werden zudem die Punkte regelmäßiger oder zufälliger verteilt. Für 3D-Engraving empfehlen sich eher die ungleichmäßigen (Jarvis, Stucki), um ungewollte sichtbare Kanten und Kleinstrukturen im Motiv zu vermeiden.

Ein paar Erfahrungswerte:

Acryl 5mm

  • Power: 100%
  • Speed: 20%
  • Auflösung: 1000dpi
  • Frequenz: 2500Hz
  • Dithering: Jarvis

Sperrholz 4mm

  • Power: 70%
  • Speed: 100%
  • Auflösung: 1000dpi
  • Frequenz: 2500Hz
  • Dithering: Jarvis

Nicht (sicher) schneidbare Materialien:

  • ACHTUNG ACHTUNG ACHTNG
  • Folgende Materialien erst erfragen, ob geschnitten werden darf!
  • Diese Liste wurde mit besten Wissen und Gewissen erstellt, was nicht heisst daß diese Liste richtig ist !!!!!!!!!!!!!!!!

   Holz (bis ca. 6mm Dicke)
   Papier
   Karton/Pappe fest. (Keine Wellpappe!)
   Acryl/Plexiglas (bis ca. 6mm Dicke) bzw. PMMA (Polymethylmethacrylat)
   Moosgummi
   Stoffe
   Leder
   Linoleum
   Schellack
   Pertinax
   Bakelit
   Schleifpapier (von der Rückseite her evtl. ?)
   Elfenbein / Horn
   Seide
   Delrin (POM, acetal)
   Kapton tape (Polyimide)
   Mylar (polyester)
   PETG (polyethylene terephthalate glycol)
   Epoxy (Harz, Glasfaser, Karbon)

Gravierbar sind dieselben Materialien plus:

   lackierte Metalle
   Edelstahl (mit speziellem Sprüh-Lack)
   eloxiertes Alu
   Glas
   Stein (beschränkt)
   Marmor (beschränkt)
   Gips
   Fleece - siehe Fleece lasern bzw. gravieren

Auf keinen Fall dürfen geschnitten werden:

   PVC/Vinyl, Neopren und sämtliche andere chlorhaltigen Stoffe! Entwickelt giftige Dämpfe! Außerdem geht die Maschine kaputt.
   hoch entzündliche/explosive Materialien (versteht sich von selbst)
   ABS (acrylonitrile butadiene styrene) - stinkt gewaltig und erzeugt giftige Gase
   MDF & HDF - Der Leim setzt die Abluft und Filter zu und führt zu Maschinenschäden!

Funktioniert nicht gut, besser nicht verwenden:

   Polykarbonat (PC, Lexan) – schlechter Schnitt, verfärbt sich, fängt Feuer
   High density polyethylene (HDPE) – schmilzt
   Polypropylene (PP) – schmilzt (dünne Folien bis 1mm OK)
   Polystyrol (PS) – schmilzt (dünne Platten OK)
   Polyethylene (PE) – schmilzt
   Styrodur – schmilzt
   Nylon – schmilzt

Materialien die unser Laser nicht schneiden kann:

   Metalle aller Art
   Kohlefaser
   Glas
   Fiberglas
   Platinen